Herausforderung Klimawandel

Die Ursachen des Klimawandels und seine Folgen
Menschliche Aktivitäten haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einer deutlichen Erhöhung der Konzentration an Treibhausgasen und Aerosolen in der Erdatmosphäre geführt. Die atmosphärischen Konzentrationen der Schlüsselsubstanzen unter den Treibhausgasen (CO2, Methan, Lachgas, Ozon) haben in den 1990er Jahren Höchstwerte erreicht, hauptsächlich infolge der Verbrennung fossiler Energieträger, der landwirtschaftlichen Nutzung und von Veränderungen in der Flächennutzung wie insbesondere die Abholzung der Tropenwälder.

Wenn keine Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgas-Freisetzung ergriffen werden, wird die mittlere Temperatur bis zum Jahr 2100 weltweit um 1,4 bis 5,8°C ansteigen. Dann werden u.a. das Packeis an den Polen und die Gletscher auf den Gebirgen schmelzen und der Wasserspiegel der Weltmeere ansteigen. Bedroht sind insbesondere die kleinen Inselstaaten – rund 40 Staaten und Territorien in Afrika, der Karibik und Ozeanien – mit einer Gesamtbevölkerung von ca. 43 Millionen Menschen!

Klimaschutz-Konvention 1992
Die UN-Klimaschutz-Konvention ist seit ihrem Inkrafttreten am 21.3.1994 die völkerrechtliche Vertragsgrundlage für den internationalen Klimaschutz. In Artikel 2 wird als Ziel formuliert, "die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu erreichen, das eine gefährliche menschengemachte Störung des Klimasystems verhindert". Nach Einschätzung von Experten muss der Ausstoß an CO2 bis 2050 weltweit um mindestens 60% reduziert werden, um den Klimawandel in vertretbaren Grenzen zu halten.

Meilenstein Kyoto-Protokoll 1997
Im am 11.12.1997 in Kyoto unterzeichneten Protokoll der 3. Vertragsstaaten-Konferenz der Klimaschutz-Konvention haben die Vertragsstaaten vereinbart, ihre Emissionen an Treibhausgasen bis zum Jahre 2012 um durchschnittlich 5% unter das Niveau von 1990 zu senken.
Für die EU ist in Summe ein Reduktionsziel von 8%, für Österreich dabei eine Senkung um 13% vorgesehen. Das Protokoll sollte in Kraft treten, sobald mindestens 55 Staaten, die zusammengerechnet mehr als 55% der CO2-Emissionen des Jahres 1990 verursachten, das Abkommen ratifiziert haben. Nach Ratifizierung durch die russische Duma am 5.11.2004 konnte das Kyoto-Protokoll nach über sieben Jahren am 16.2.2005 endlich in Kraft treten.

Unterlassener Klimaschutz wird teuer werden
Ende Oktober 2006 wurde der Öffentlichkeit eine aktuelle Studie vorgestellt, die der britische Schatzkanzler Gordon Brown bei Sir Nicholas Stern, einem der renommiertesten britischen Ökonomen und ehemaligen Chef-Volkswirt der Weltbank (2000-2003), in Auftrag gegeben hatte. Eine zentrale Aussage lautet: Wenn die Regierungen den Ausstoß des Klimagases CO2 nicht stoppten, drohe die Weltwirtschaft wegen des "größten Marktversagens, das die Erde je gesehen hat", in eine Rezession wie zuletzt Ende der 20er Jahre abzugleiten [5]. Nach Stern könnten 1% des jährlichen Bruttosozialproduktes reichen, um die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf einem verträglichen Level (500 bis 550 ppm) zu stabilisieren und damit katastrophale Entwicklungen des globalen Klimawandels abzuwenden; die durch Nichtstun entstehenden Klimaschäden kämen 5 bis 20 mal teurer. Es ist noch nicht zu spät: „It is still possible to avoid the worst impacts of climate change; but it requires strong and urgent collective action. Delay would be costly and dangerous.“